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DER WALD IST MEINE HEIMAT.
Was gibt es hier zu entdecken? Mein Name ist Dieter Rathmann und ich denke ich bin in der Thüringer Laufszene kein unbekannter. Angefangen hat es mit Volkssportläufen in den 70iger Jahren. Doch estrieb mich zu immer höheren Zielen. Meine gelaufenen Strecken wurden immer länger und an neuen Selbst aufgestellten Rekorden und Strecken Ideen fehlte es mir auch nie. Lassen sie mich über Langstreckenläufe erzählen welche nicht alltäglich waren. Ein Lauf vom Brocken im Harz zum Inselsberg in Thüringen. Städtelauf Jena Gera, Kernberglauf oder Harz Gebirgslauf.
Vor allem aber hat es mir der Rennsteig angetan. Nicht nur das ich 40 mal am größten Grosslauf Europas teilgenommen habe, sondern auch meine Alleingänge über 168 km den gesamten Rennsteig an einem Tag zu bezwingen.
Es gibt hier vieles über den Laufsport in Thüringen zu DDR Zeiten, aber auch danach zu berichten.
Mein Wertegang
Ich heiße Dieter Rathmann und wurde im Juni des Jahres 1939 in Sömerda geboren. Seit 1944 wohnten wir dann in Wasungen. Mein Vater war dort der Postvorsteher und meine Mutter arbeitete als Telefonistin und wir bewohnten auch gleichzeitig die Dienstwohnung in der Post Wasungen. Meine Zwilligsbrüder waren etwas jünger als ich.
Ich hatte nach dem Krieg ein unbeschwerte Kindheit. 1945 bis 1953 absovierte ich meine Schulzeit ohne besondere Vorkommnisse. Zu der Zeit ging ich regelmäßig ins Haus der Pioniere nach Meiningen. Ich lernte wie Röhren, Wiederstände, Kondensatoren mit Spannung und Stromstärken funktionierten. Dort baute ich mir mein erstes Radio zusammen.
1953 begann ich eine Lehre in Erfurt auf dem Steiger und wurde als Fernmeldebauhandwerker ausgebildet. Dort lernte ich den Umgang mit Fernmeldekabeln.
1955 hatte ich dann ausgelernt und war kurz als Monteuer von Nachrichtenleitungen, ober- und unterirdisch im Bauamt Meiningen tätig. Zu der Zeit lernte ich in meiner Freizeit, im Rahmen der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) das Morsen und bestimmte damit auch meinen Wertegang in meiner Armeezeit.
Auf Grund meiner guten Kenntnisse im Bereich Elektronik, wurde ich nach Schmalkalden in die Abteilung der Trägerfrequenztechnik versetzt. Dort war ich dann auch bis zur Wiedervereinigung tätig.
Zuerst wohnte ich zur Untermiete in einem Zimmer in Schmalkalden und meldetet mich damals schon für eine dieser neuen Wohnungen an. Doch um so eine Wohnung zu bekommen musste man viele Stunden Eigenleistungen bringen. So buddelte ich mit vielen anderen Menschen Tagelang in meiner Freizeit Gräben in ganz Schmalkalden in denen neue Versorgungsleitungen verlegt werden konnten.
Im Fernmeldeamt Schmalkalden lernte ich meine Frau, sie war Telefonistin, kennen. 1961 heirateten wir. 1964 kam unser Sohn Jens zur Welt und ich wurde gleichzeitig zum ersten mal in die NVA berufen und absolvierte meinen Grundwehrdienst von 1,5 Jahren ab. Davor bekamen wir auch unsere Neubauwohnung zugewiesen, in der ich heute noch lebe.
1969 wurde unser 2. Sohn Mike geboren und ich wurde abermals zu meiner ersten Reservistenzeit einberufen.
Da ich schon während der ganzen Jugend und Kindheit begeistert von Natur und Technik war, konnte ich auch in Schmalkalden die Füße nicht still halten. Während ich als Kind und Jugendlicher ganz Thüringen mit dem Fahrrad erkundete, meine Liebe zu Natur und vor allem durch die weiten Strecken auch zur Kartenkunde fand. War das Interesse in Schmalkalden zur Imkerei gewechselt. Da ich kein Grundstück hatte suchte ich mir nahe Schmalkaldens bei der Gemeinde Grumbach einen Platz an einer Straße im Wald. Dort errichtete ich illegal mein erstes Bienenhaus aus Baumstämmen und alten Schränken und Türen vom Schutt.
Das hieß für mich in den Sommermonaten mit dem Fahrrad 6 km hin und 6 km zurück. Da wir beide im Postdienst wenig verdienten, konnten wir uns nebenbei ein paar Mark zum Lebensunterhalt dazuverdienen. In einem Jahr in den 70igern war ein so guter Sommer, ich hatte teilweiste 40 - 45 Bienenvölker, so das wir uns für die Familie eine Seitenwagengespann also ein Motorrad, MZ ES 250/2 mit Seitenwagen leisten konnten.
So gingen die Jahre dahin und nach dem in den Bienenvölkern eine Milbe die meisten Bienen vernichtetet gab ich das Imkern auf und fing mit der Kaninchenzucht an. Inzwischen hatte mich der Förster aus seinem Wald rausgeekelt. Ich war auf ein kleines Hanggrundstück in der Nähe umgezogen und später dann mit der Kaninchenzucht nach Schmalkalden auf ein Pachtgrundstück gewechselt.
1977 wurde ich dann freundlicherweise zum zweiten mal als Reservist und damit zum dritten mal zur NVA eingezogen. Da ich in meiner GST Ausbildung das Morsen gelernt hatte und darin auch sehr gut und schnell war, wurde ich bei allen drei NVA-Einsätzen auch als Funker eingesetzt.
Da war ich dann 3 Monate in Oschersleben. Beim ersten mal war ich in Weißenfels gezogen und beim zweiten mal musste ich bis Jenschwalde für ein viertel Jahr. Der dritte Aufenthalt in Oschersleben veränderte dann auch mein Freizeitleben. Denn dort fing ich mit dem regelmäßigen Laufen an. Mehr dazu auf den nächsten Seiten. Später kam dann noch der Orientierungslauf und das Wandern dazu.


